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DIE FREQUENZWEICHE
Die
Frequenzweiche hat die Aufgabe, das Frequenzspektrum zu analysieren
und in die gewünschten Pfade (z.B. hoch, mittel, tief) aufzuteilen.
Bei einer passiven Weiche muss diese diffizile Aufgabe unter Umständen
mit der vollen Leistung eines Verstärkers erfolgen und kann deshalb
nur mit großen Bauteilen nach der relativ groben Methode gelöst werden
kann.
Es erscheint schon grotesk, dass die Verstärkerelektronik mit edelsten
Bauteilen aufgebaut wird, während sich auf der Passivweiche Bauteile
mit großen Toleranzen und klanglich zweifelhaften Eigenschaften
befinden. Denken Sie alleine an die Mikrophonieempfindlichkeit großer
Spulen und Kondensatoren und die magnetische Verkopplung zwischen
Spulen und anderen Eisenteilen!
Ein weiterer gravierender Nachteil eines passiven Netzwerks ist die
kaum mehr berechenbare Interaktion zwischen Weiche und Schwingspule,
da es zwischen dem angeschlossenen Verstärker (als Quelle) und dem
Lautsprecherchassis (als Last) eine komplexe Impedanz besitzt, die
ohne jede Entkopplung mit der Schwingspule verbunden wird.
Da eine Passivweiche nur eine Pegelabsenkung vornehmen kann, wird der
wichtige klangliche Abgleich durch Verheizen überschüssiger Energie
vorgenommen, vergleichbar mit einem Auto, bei dem der Motor immer mit
Vollgas läuft und Sie die Geschwindigkeit mit dem Bremspedal regeln.
Im Gegensatz dazu muss eine Aktivweiche keine hohen Ströme
verarbeiten, wird mit edelsten Bauteilen aufgebaut und kann somit viel
präziser arbeiten als das passive Gegenstück.
Ein weiterer Vorteil ist die durch die Anordnung vor den
Endverstärkern entstandene saubere Entkopplung von Frequenzweiche und
Chassis, sodass an den Lautsprecherchassis tatsächlich nur das
ankommt, was der Entwickler beabsichtigt hat.
Eine weitere Spezialität der Aktivtechnik ist das SUBTRAKTIVFILTER.
Seit die Herren Lipshitz und Vanderkoy Mitte der 80er Jahre einen
Artikel über Filter mit linearer Phase bei gleichzeitiger hoher
Flankensteilheit veröffentlichten, ist das Subtraktivfilter ein
Begriff in der Fachwelt.
Bei Filtern höherer Ordnung entstehen zu Phasenverschiebungen und
beeinträchtigen somit das Abstrahl- und Impulsverhalten. Das
Subtraktivprinzip löst dieses Problem weitgehend, indem es einen
anderen Weg geht; es wird nur ein Kanal konventionell gefiltert und
der nächsthöhere durch Subtraktion des gefilterten von dem
ungefilterten Signal errechnet. Bei dieser mathematischen Operation
entstehen im Bereich der Trennfrequenzen kaum Phasenunregelmäßigkeiten
und das führt zu einer stark verbesserten Abstrahlcharakteristik. Das
aktive Subtraktivfilter ist der Apochromat unter den Frequenzweichen,
ob in einer analogen oder digitalen Schaltung realisiert.
Mit
einem passiven Filter lassen sich keine Subtraktivweichen aufbauen!
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