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ÜBER DIE SENSORIK UND DAS MENSCHLICHE GEHÖR

Alle Lautsprecherchassis machen auf der Grundlage physikalischer Gegebenheiten Fehler, die man bei einem passiven, ungeregelten System hinnehmen muss.
Die Liste der Fehler ist lang und für jeden Fehler sind mehrere Lösungsvorschläge möglich. Damit lässt sich die Anzahl unterschiedlich klingender Lautsprecher beliebig vergrößern und es lassen sich monatlich neue Testsieger küren.
Einige Fehler lassen sich mit mechanischen Mitteln grundsätzlich nicht lösen, einzelne Lösungen widersprechen einander und somit dreht sich die Lautsprecherentwicklung seit Jahren im Kreis.
Gerade die Verbindung von Mechanik und Elektronik ist in vielen Bereichen der Technik ein Schlüssel zu höherer Leistungsfähigkeit. Denken Sie nur z.B. an das Antiblockiersystem bei Autos - ohne elektronische Regelung nicht denkbar.



Das Lautsprecherchassis ist technisch betrachtet ein ganz spezieller Linearmotor. Wie bei jeden Linearmotor kann man Weg, Geschwindigkeit und Beschleunigung messen. Das die Wiedergabe von Musik die Membran in Form von Schwingungen bewegt, ändert daran nichts. Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung ändern sich eben dauernd, die Position hat eine Mittelstellung, ein vorderes und hinteres Maximum und es wirkt ständig eine Beschleunigung von schnell wechselnder Größe und Richtung.
Geregelte Chassis haben unter ihrer sichtbaren Oberfläche Sensoren, die jede der drei Bewegungsgrößen – Amplitude, Geschwindigkeit, Beschleunigung – messen können. Die gemessenen und errechneten Werte werden in die Kontrollelektronik eingespeist, wo sie mit dem Wert des gerade anliegenden Musiksignals verglichen werden.
Bei Differenzen wird die Membranbewegung durch ein entgegengesetztes Signal korrigiert. Da der Schall sich nur mit 330m/sec bewegt, die Korrekturelektronik aber mit annähernd Lichtgeschwindigkeit arbeitet, werden die Fehler während ihrer Entstehung schon beseitigt. 
Von einigen Herstellern gibt es Verfahren, bei denen alle Chassisparameter zunächst messtechnisch erfasst und dann durch eine starre, dem Chassis vorgeschaltete Korrekturschaltung annähernd in der gewünschten Art verändert werden.
Obwohl diese Verfahren technisch nicht einmal trivial sind, beharren sie doch im statischen Bereich und erfassen nicht die tatsächlichen Abweichungen.
Das menschliche Gehör besitzt die hochentwickelte Fähigkeit, Klänge zu analysieren, also beispielsweise Geräusche bestimmten Materialien zuzuordnen.
Einzelne Materialien oder Materialkombinationen sind für das Ohr über einen komplizierten Auswerteprozess erkennbar an ihrem Klang, der durch bestimmte Materialeigenschaften festgelegt ist.
Ein schönes Beispiel sind Metallkalotten, die heute nur noch selten eingesetzt werden, da sie kalt, hart oder giftig klingen.
Werden nun durch elektronische Regelung bestimmte Merkmale z.B. in Frequenzgang, Zerfallspektrum oder Phasenverhalten entfernt, registrieren wir nicht mehr die lautsprechertypischen Klangstrukturen, sondern erkennen und erleben folglich immer weniger den Lautsprecher und immer mehr die wiedergegebene Musik.

Die Kunst der Regelung besteht also vor allem darin, die Sensoren so feinfühlig und präzise zu bauen und sie mit Wissen um die theoretischen Zusammenhänge, Erfahrung und Fingerspitzengefühl so geschickt in das System einzuführen, dass sie ihre Kontrollaufgaben als oberst Instanz über alle mechanischen Schwingungseigenschaften und Störfaktoren besonders effektiv erfüllen können.

Wenn Sie noch Fragen haben, rufen Sie mich an !

 

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